Bautagebuch Jugendzentrum „Jugendkirche“ Dresden

Wir starten an dieser Stelle mit einem Bautagebuch, das dich – auch in Abhängigkeit davon, was auf der Baustelle passiert – monatlich zum aktuellen Baugeschehen rund um das Jugendzentrum „Jugendkirche“ in Dresden informieren wird.

Mein Name ist Christiane Seiler, ich unterstütze die Ev.-Luth. Kirchenbezirke Dresdens in der Entstehungsphase  des Projektes. Dabei stehe ich im Austausch mit allen, die an der umfangreichen Förderung und am Bau beteiligt sind, bereite Verträge mit Baufirmen, Architekten und anderen Planungsbüros vor. Mit den Menschen, die bald von hier aus Jugendarbeit machen werden, arbeite ich dabei eng zusammen.

Juli/August 2021

Die Uhrzeit ist vorab wieder zum Laufen gebracht worden. Der Austausch der Zifferblätter verzögert sich allerdings noch etwas und wird voraussichtlich im September erfolgen. Das Baugeschehen wird über die Urlaubszeit am Laufen gehalten. In ca. 35 Meter und sehr luftiger Höhe werden von einem Lkw-Hubsteiger aus Blitzschutzleitungen an den vier Seitentürmen neu hergestellt. Bei dieser Gelegenheit sind gleich noch Gewächse aus den Steinkuppeln der Seitentürme entfernt und die entstandenen Fehlstellen und Lücken wieder verfugt worden. Ebenfalls in luftiger Höhe, nur vom Gerüst südlich des Kirchenschiffes aus, arbeitet der Dachklempner an neuen Verblechungen der Gesimse.

Vor der Kirche, hinter dem Bauzaun, gibt es wieder ein großes Loch für zwei Betonbehälter, die unser Regenwasser der Dächer im Süden auffangen und an das Erdreich ableiten. Damit sind dann insgesamt vier Behälter zu diesem Zweck in die Erde eingebracht worden.

Ab Ende August kommen große Estrichmengen. Die Estrichleger arbeiten sich von oben nach unten durch das neu entstandene Haus. Es soll ein Sichtestrich entstehen. Bis dahin sind noch diverse Arbeitsgänge nötig. Der Randbereich der Stahlbrüstungen an Treppe und Rampe wird hergestellt, letzte Kabel z.B. für Regelung und Steuerung von Heizung und Lüftung müssen in die Wand. Die Trockenbauwände und –schächte werden vor den Estricharbeiten geschlossen sein.

   

Mai/Juni 2021

Die Zeit steht derzeit still an der Trinitatiskirche.  Die Zeiger der Turmuhr zeigen uns nicht mehr wie spät es ist, sondern sie werden gerade zusammen mit den Ziffernblättern neu hergestellt. Es gibt Verzögerungen bei der Herstellung, sodass uns voraussichtlich die Trinitatiskirche erst ab Anfang August wieder neu angezeigt, was die Stunde geschlagen hat.
Herzlichen Dank an alle Spender, die diese Erneuerung möglich machen!

An der Turmuhr ist aktuell keine Bewegung. Und was ist drinnen los?
Kabel und Leitungen jeder Art sind kilometerweit eingezogen, eingestemmt, verbaut und weitere Meter werden noch folgen. Die Elektriker sind mit den Arbeiten im Veranstaltungsraum (Verkabeln von Bodentanks) beschäftigt. Installateure montieren in den WC Räumen und in den Steigeschächten scheinbar ohne Ende. Verlegearbeiten der Heiz- und Lüftungsleitungen im Veranstaltungsraum sind begonnen worden. All diese Leitungen verschwinden unter den künftigen Oberflächen und werden, wenn alles fertig ist, nicht mehr zu sehen sein. Steinmetze sind in den oberen Geschossen an den Ruinenmauern aktiv. Dort werden Mauerziegel ergänzt, gereinigt und verfugt. Dachdecker haben unsere beiden Dächer dicht gemacht und Kies verteilt.
Außerhalb der alten Kirchmauern sieht man nun wieder mehr von den Bauarbeiten. Es gibt neue Bauzäune und Schachtarbeiten. Betonringe werden im Erdreich vergraben, die künftig das Regenwasser der Dächer aufnehmen und versickern lassen. Andere Gräben werden für weitere Meter von Elektrokabel (Außenbeleuchtung, Hausanschluss) und für die Neuverlegung der Fernwärme gebraucht. 
Drinnen und draußen herrscht reges Treiben. Die Baustelle läuft wie ein Uhrwerk!    

April 2021

Das Portal nur einen Spaltbreit geöffnet und man kommt ins Staunen im neuen Jugendzentrum JUGENDKIRCHE DRESDEN am Trinitatisplatz. Alt trifft Neu. Dazu schwebt ein im Ganzen eingesetzter lichter Glaskubus über dem Kirchenschiff. Der Innenausbau geht voran: Büros und Besprechungsräume sind im Entstehen. Trotz mancher Verschiebungen ist der Bauplan im Soll und Mitte Dezember soll alles fertig sein. Das Stadtjugendpfarramt will die Räume Stück für Stück im Februar beziehen. Spenden braucht es noch immer für die Ausstattung.

        

März 2021

Ein großes beladenes Fahrzeug ist aus der Nähe von Bielefeld zu uns gefahren. Starke Maschinen, fleißige Männer - und plötzlich steht in der Mitte des Kirchenschiffes ein Stahlgerippe. Der Glaskubus, das Herzstück der neuen Gestaltung des Jugendzentrums, steht! Bis Ostern ist der imposante Glaskasten dicht und die Scheiben sind eingesetzt. Auch die Außenfenster sind dann komplett. Das Haus dicht zu bekommen ist in den nächsten Monaten oberstes Ziel. An anderen offenen Stellen dauert es länger. Wir erwarten dringend Teile der Bürofassade. Wenn diese bis Mitte April hergestellt sein werden, wird das Haus damit gegen die Witterung, vor allem die Nässe, geschützt sein und der Ausbau kann planmäßig weiterlaufen. Im Anschluss soll die große Fläche des Erdgeschossdaches noch dicht werden. Das große Loch ist ja mit dem Glaskubus schon mal zu und Regen und Tauben bleiben dort ab sofort draußen.

Januar/Februar 2021

Wir starten in das neue Jahr 2021! Kaum zu glauben, dass in 12 Monaten die Mitarbeitenden der Evangelischen Jugend Dresden des Jugendtreffs Trini hier einziehen und wir Kindern und Jugendlichen im „Jugendzentrum Jugendkirche Dresden“ die Türen öffnen werden.
Wir bleiben optimistisch und in Vorfreude!
Einige Arbeiten zu Beginn des Jahres waren sicher von aufmerksamen Passanten nicht unbemerkt geblieben. Die ersten Fenster sind im Erdgeschoss und in den ersten beiden Fensterachsen des Kirchenschiffes eingesetzt worden.
Weniger gut zu sehen, was sich nun im Inneren tut und regt. Hinter der mit Planen abgehängten Fassade und im Erdgeschoss werden Trockenbauwände gestellt, Installateure bauen in die Trockenbauwände Einbauteile z.B. für die WCs ein. Auch die Elektriker haben mit der Rohmontage begonnen, bohren und verlegen Leitungen auf Beton, unter den künftigen Fußböden. Die Innenseite des ruinösen Mauerwerkes wird von fachmännischer Hand von losem, durch den Brand 1945 weich gewordenen Ziegel-Deckschalen befreit und für weitere Arbeiten vorbereitet. Behutsames Vorgehen bei der Bearbeitung des Ziegelmauerwerkes soll die erlebten Zeitabschnitte der Kirche und der Kirchenruine auch mit der neuen Nutzung weiterhin sichtbar abbilden.

Die erlebten Winterwochen mit Temperaturen weit unter null Grad, brachten eine Ruhephase, die wir mit kreativen Gedanken und konstruktivem Planen gut nutzen konnten. Sie dürfen gespannt sein.

Blick von außen

November/Dezember 2020

Das Gerüst vor den Büroräumen ist abgebaut. Handschlag um Handschlag ist nun der Rohbau des Büroteils komplett fertiggestellt worden. Keine Bange, das große Loch in der obersten Geschossdecke wird noch mit einem Beton-Fertigteil verschlossen. Die Öffnung dient zunächst dem Einbau des Lüftungsgerätes, da das Gerät nicht durch die Fassade passt und wird danach verschlossen. Kaum ein Lichtschein fällt in diesen Tagen in das Erdgeschoss. Hier steht ein Wald aus Stützen, die Schalung ist vorbereitet für die Sichtbetondecke über dem zentralen Veranstaltungsraum. Die Betondecke über dem Veranstaltungsraum mit der Abschlusskante, die den Glaskubus tragen wird, entsteht bis zum Jahresende. In den letzten Dezembertagen, zur Abnahme der Rohbauarbeiten, lichtet sich der Stützenwald im Erdgeschoss. Es gibt von hier wieder einen beeindruckenden Blick in die Ruinenteile und auf die Büroräume.
Nebenher sind andere Arbeiten im Gange. Steinmetze arbeiten punktuell an den historischen Fenstergewänden, damit die neuen Fenster hineinpassen und gut abschließen. Das Geläut bekommt nun eine durchgängige separate elektrische Leitung, damit gibt es hoffentlich künftig keine Ausfälle mehr.
Es ist viel geschafft, wir liegen gut im Zeitplan. Wir schauen dankbar auf das Erreichte und gönnen der Baustelle nun zwei Wochen Weihnachtswinterschlaf.

 

September/Oktober 2020

Immer noch heißt es: Schalen, Bewehren, Vergießen, Verdichten, Ausschalen.

Nach dem 1. Obergeschoss folgte das 2. Obergeschoss und nun entsteht das 3. Obergeschoss. Bauteil für Bauteil geht es in luftige Höhen. Die Rohbauarbeiten für den Bürotrakt sind fast abgeschlossen. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ev. Jugend entstehen schöne Räume mit einem tollen Blick in die Kirche und ins umliegende Grün. Aus dem Chorbereich der Trinitatiskirche kann man derzeit wie in ein aufgeschnittenes 3D-Modell in alle Bürogeschosse hineinschauen. Dahinter wird nun auch im bestehenden Mauerwerk im Turm gehämmert. Es entstehen neue Durchgänge. Das Alte wird mit dem Neuen verbunden.

Während im 3. Geschoss noch Wände hergestellt werden, gehen die Arbeiten an der Decke mit den großen Spannweiten über dem zentralen Veranstaltungsraum nun nach langem und sorgfältigem Planen und Vorbereiten endlich los. Jetzt wird es wieder spannend! Daumen drücken, dass alles gut läuft beim Herstellen der vier neuen Betonstützen im südlichen Seitenschiff und beim Herstellen der Deckenauflager im Bestandsmauerwerk. Hier ist geballtes Ingenieurfachwissen hineingesteckt worden und soll nun mit hohem handwerklich-technisches Geschick umgesetzt werden.

Im Hintergrund dieses Geschehens arbeiten schon beauftragte Firmen an der Herstellung der nächsten Bauteile: an den großen Außenfenstern, der Pfosten-Riegel-Fassade für den Bürotrakt und am großen Stahl-und Glaskubus, der einmal in die Umgebung leuchten soll.

Juli/August 2020

Schalen, Bewehren, Vergießen, Verdichten, Ausschalen. Auch in der Sommerpause wird fleißig weitergearbeitet! Die Bodenplatte wird gleich Anfang Juli gegossen. In eine kleine Aussparung in der Bodenplatte wird am 10. Juli ein Koffer mit verschiedenen Dingen eingelegt, die an diese Grundsteinlegung erinnern sollen. Es sind Wünsche für die künftige Jugendkirche, Bibelstellen, Pläne und weitere Zeitzeugnisse und Erinnerungen. Alles ist bildlich festgehalten und zu sehen unter www.evangelische-jugend-dresden.de/aktuelles oder https://www.youtube.com/watch?v=6qWzVKPrvBg&feature=youtu.be

Nun werden die ersten Betonstützen in Sichtbeton im Erdgeschoss hergestellt. Es folgen die die Erdgeschosswände für die WC-Bereiche und für den Aufzug. Es geht in die Höhe: Für die Decke über dem Erdgeschoss wird mit blitzblanken Tafeln – wie für alle Sichtbetonelemente – eine Schalung hergestellt. Für die Auflager der Decke müssen die vorgelagerten Pfeiler ausgestemmt werden. Damit die roten Porphyrsteine nicht abrutschen und einstürzen, müssen die Steine mit dem dahinter liegenden Mauerwerk tief mit dicken „Nadeln“ verbunden und damit fixiert werden. Mittlerweile ist auch diese Decke fertig und die Wände des des 1. Obergeschosses. Dort entstehen Büroräume. Und wieder aufs Neue: Schalen, Bewehren, Vergießen, Verdichten, Ausschalen.

 

Juni 2020

Lüftungskanäle sind nun unter Sand eingebettet und warten auf ihren Einsatz. Zum Schutz der schon eingebauten Luftkanäle und zur auch zur Vorbereitung der Bodenplatte wird eine Sauberkeitsschicht aus Beton hergestellt. Es wird auch fleißig weitergearbeitet an der Fertigstellung der Fundamente für den Bürotrakt. Die Baufirma Lattermann Bau GmbH stellt ein Probestück und eine Musterwand aus Sichtbeton her. Die Auswahl der Helligkeit des Betons, der Eck- und Kantenausbildung, der Schalplattenoberflächen und weiterer Parameter für die Sichtbetonwände und -decken werden unter die Lupe genommen. Es soll ja gut werden!

Mai 2020

Im südlichen Seitenschiff wird die Betondecke abgebrochen. Das gestaltet sich um Einiges schwieriger als gedacht. Stahlträger waren in das bestehende Mauerwerk eingesetzt worden und müssen nun wieder vorsichtig gelöst werden. Die Herstellung der Mikrobohrpfähle ist mit einem Prüfverfahren  erfolgreich beendet worden. Weitere Tiefbauarbeiten werden ausgeführt. Auf die Bohrpfähle werden Betonfundamente aufgesetzt. In das Erdreich werden Lüftungskanäle eingebaut.  Die Luft, die durch diese Kanäle durchströmen wird, versorgt dann später alle Besucher im großen Veranstaltungsraum mit Frischluft. Die Vorbereitung der Rohbauarbeiten läuft. In diesem Zusammenhang wird südlich der Kirche ein 33 Meter hoher Kran aufgestellt. Damit kann nun Material von außerhalb der Mauern in das Kircheninnere transportiert werden. 

April 2020

Die Spezialtiefbaufirma rückt an. Der Aufbau beginnt ganz tief unten in sieben bis zwölf Meter Tiefe mit der Herstellung einer neuen Gründung mittels Mikrobohrpfählen aus Stahl. Diese werden wie eine Schraube in das Erdreich hineingedreht. Danach wird jedes Bohrloch rundherum mit Zement verpresst. Insgesamt ergibt das einen Durchmesser von nur knapp 20 Zentimeter pro Bohrung. Mit dieser Technik werden insgesamt  30 Pfähle im Boden verankert.
Zukünftig werden die Lasten von den alten Streifenfundamenten und den neuen Mikrobohrpfählen gemeinsam in den Baugrund abgeleitet. Die historischen Streifenfundamente der Trinitatiskirche werden nur in dem Maße wie vor der Zerstörung ihre alte tragende Funktion wieder neu übernehmen.

März 2020

Damit die schweren Baufahrzeuge ungehindert an und in den Kirchraum kommen und den Bauplatz dabei möglichst wenig beschädigen, ist im Süden des Trinitatisplatzes und vor der Kirche vorübergehend ein Mineralgemisch – u. a. mit Split – verteilt worden. Der Gehweg ist mit Asphalt abgedeckt und damit ebenfalls vor dem starken „Angriff“ geschützt. Die Bagger fahren nun durch die große Pforte im Westen in die Kirche ein. Auch erste Abbrucharbeiten sind bereits ausgeführt.
In der Bombennacht 1945 wurde die Trinitatiskirche zerstört. Deshalb rückt nun eine spezielle Bohrfirma an und untersucht den Baugrund an verschiedenen Punkten in der Kirche auf mögliche Kampfmittel aus dem II. Weltkrieg. Zum Glück, es gibt keine gefährlichen Fundstücke.

Covid 19 und die damit verbundenen Ausgangsbeschränkungen betreffen die Bauarbeiten nur am Rande. Wir sind nicht direkt betroffen, müssen aber Verzögerungen in Kauf nehmen. Unsere Spezialtiefbaufirma ist aufgrund von Quarantänebestimmungen nicht einsatzbereit und muss zwei Wochen pausieren.

Februar 2020

Es geht los! Vor der Kirche wird schon ein Teil der Entwässerungsleitung verlegt. In der Kirche wird auf-, aus- und weggeräumt. Trümmerteile aus Porphyr (einem rötlichen Gestein vulkanischen Ursprungs u. a. aus Sachsen) werden bis zur neuen Verwendung ausgelagert.
Die Eingangstreppe am Turm, der Taufstein und andere Bauteile werden mit Holz vor den künftigen „rauen“ Zeiten geschützt und beschirmt.

Januar 2020

Der Ahornbaum in der Trinitatiskirche wird gefällt. Das Holz der Stämme wird eingelagert und getrocknet. Es sollen später daraus geschnitzte Unikate entstehen, die vielleicht auch wieder in die Kirche zurückkommen.

Dezember 2019

Der evangelische Kindergarten im Norden der Trinitatiskirche braucht während der Bauzeit einen sicheren Zugang zum Spielgelände der Kinder. Ein neuer Zugang wird hergestellt und schon im Januar ist alles fertig und bereit für das, was kommt.

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